Göteborg, Örebro und ein wenig Einsamkeit

Schnell alle Sachen zusammenpacken, ein wenig was Frühstücken und Kaffee nicht vergessen. So war der Plan. Ein wenig später als ich eigentlich gedacht hatte kam ich dann auch los. Mein erster Stop ist Göteborg. Eigentlich hatte ich geplant die Stadt auszulassen, da mich Malmö ein wenig enttäuscht hat, aber der Umweg ist so minimal, da nehm ich die Stadt doch auch noch mit. Ich setz mich also in Bewegung und verlasse den Campingplatz in Ullared und winke der Dusche noch einmal zu, wer weiß wann ich das nächste mal eine sehe 😀

Göteborg du überrascht mich

Nach etwas über einer Stunde fahr ich auf einen relativ Zentral gelegenen Parkplatz am Busbahnhof und bin relativ positiv überrascht, das es „nur“ 2€ pro Stunde kostet. Da ich mir ein Zeitlimit von 2 Stunden gesetzt habe, kann ich auch die Parkgebühren verkraften! Ich mach mich schnell auf den Weg in die Innenstadt, denn meine zwei Stunden laufen ja schon. Da ich überhaupt keine Ahnung habe was ich mir in Göteborg angucken soll, geh ich kurzerhand in die Touristeninfo und frage die Dame hinter dem Tresen was ich unbedingt sehen sollte wenn ich nur zwei Stunden zeit hätte. Sie holt einen kleinen Stadtplan und zeigt mir eine Route zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt und meint, in zwei Stunden ist das durchaus machbar – sie soll recht behalten.

Stadtplan und Kamera in der Hand stürze ich aus der Touristeninfo und begebe mich direkt zum ersten Wahrzeichen. Dem Erbauer der Stadt Göteborg, dem Mann, mit dem hier alles begonnen hat.  Gustaf Adolf. Zur damaligen Zeit, im 17. Jahrhundert, war Gustaf II. Adolf König König von Schweden.

Weiter geht mein Weg, immer noch mit schnellem Schritt, da ich die Entfernung hier in Göteborg nicht so ganz abschätzen kann, zum ältesten Gebäude der Stadt. Das Gebäude von 1654 beherbergt heute kleine Ateliers und ein Café. Früher diente das aus Holländischen und Dänischen Ziegeln erbaute Gebäude als Lagerstätte für Munition.

Am Hafen entlang zur Fischhalle

Mein Weg führt mich runter zum Wasser. Bei diesen Wetterverhältnissen ist hier nicht viel los. Zwar ist das Wasser immer noch als Wasser erkennbar und nicht zugefroren ( wie in den meisten anderen Städten ) aber der Wind und die Kälte lässt das Leben hier unten ein wenig einfrieren 😀

Die ein oder andere Fähre sieht man hier trotzdem und wer keine Lust hat sich den ganzen Weg an Land hier nach Göteborg zu kämpfen, der kann auch ganz bequem aus Kiel bis nach Göteborg fahren 🙂

Schon von weitem fällt es auf, die Fischhalle ähnelt einer Kirche. Mein freundlicher Reiseführer verrät mir, dass die Halle von 1874 das fast religiöse Verhältnis der Göteborger zu den Schätzen des Meeres symbolisieren soll. Na warum eigentlich nicht. Ein Blick ins innere der Fischhalle zeigt, wie zu erwarten war, jede Menge Fisch. Innen nicht ganz so schön wie von außen, dennoch ein Abstecher wert.

Der nächste Stop auf meiner Tour durch Göteborg ist eine kleine Einkaufsstraße aus dem 19. Jahrhundert. Die kleinen Holzhäuschen beherbergen zahlreiche kleine Cafés und künstlerisch anmutende Lädchen in denen allerhand Handwerkskunst verkauft wird. Laut meinem Reiseführer soll es hier auch Göteborgs größte Zimtschnecke geben. Ich habe einige Riesen Exemplare gesehen, allerdings keine Probiert. Mit 6€ pro Schnecke war es mir dann doch etwas zu teuer.

Von Essen bekomm ich nie genug

und so geht es für mich weiter an einer kleinen Kirche vorbei bis zur Markhalle. schon wieder eine Halle in der sich die Stände mit Essen nur so häufen. Auch hier gibt es viele einheimische Spezialitäten, aber auch Landjäger aus dem Schwarzwald 😀 Sehr international hier, das gefällt mir 🙂

Meine Uhr sagt mir, dass ich für den Rundgang etwas mehr als eine Stunde gebraucht habe, hätt ich mir also auch noch n bisschen mehr zeit lassen können. So schlendern ich also die restlichen Minuten durch einen Park zurück zu meinem Auto und suche nach der nächsten Möglichkeit etwas einzukaufen und zu Tanken. Ohne…Tanken. Die meisten Tankstellen die ich hier gesehen habe lagen preislich alle bei 1,50 € und aufwärts… Das wird kein Spaß!

Der nächste Supermarkt ist gefunden und für ein paar Euro kauf ich mir erneut einen Pizzateig und etwas Belag, die letzte Pizza war einfach zu gut.

Dann gehts zum Tanken

Zum Glück ist der gute Zazu noch halb Voll, sodass es eigentlich nicht zu teuer werden kann. Leider waren es dennoch 56€ für nur 35 Liter Diesel. Unfassbar ! Aber irgendwie muss ich ja vorwärts kommen.

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Vollgetankt und weiter gehts – hoffentlich komm ich damit bis nach Stockholm !

Mein nächster Stop – Götene. Kennt man so nicht, aber da gibt es einen fantastischen Stellplatz mitten in der Natur. Zumindest versprechen das die Bilder die ich im Internet gesehen habe. Also nichts wie hin, Dachzelt aufklappen und entspannen. Die Fahrt dauert zwar noch ca 2 Stunden, aber die Vorfreude ist RIESIG.

Die letzten 2,5 km sehen sehr vielversprechend aus. Dick verschneite Bäume und nur ein weiteres Auto scheint vor Stunden hier her gefahren zu sein. Sonst nichts. Keine Laterne, kein Lärm von irgendeiner Straße, keine Häuser die auf den ersten Blick sichtbar sind, nichts ! Genau so stell ich mir meine Stellplätze auf dieser Reise vor.

Noch 500 Meter und ich hab den Platz erreicht. Die Spuren vor mir im Schnee sind immer noch da. Hab ich etwa Gesellschaft ? Macht ja eigentlich nichts, wenn noch jemand so verrückt ist und in die Wildnis fährt um hier zu übernachten kann der ja nur genau so drauf sein wie ich !

Ein Ast zerstört den Traum der Einsamkeit

Meine Freude wird jäh zerstört. Ein dicker Baumstamm liegt mitten auf dem Weg. Den Fußspuren kann ich entnehmen, dass die Personen im vorherigen Fahrzeug schon versucht haben den Baum zur Seite zu bewegen, ohne Erfolg. Da brauch ich das erst gar nicht probieren. So ein Mist! Es hätte alles so cool werden können. Na super. Es ist zwar erst 19 Uhr, aber da es hier schon um 16:30 dunkel wird und hier wie gesagt überhaupt kein Licht ist, muss ich meinen Weg in völliger Dunkelheit wieder fortsetzen und mir einen anderen Schlafplatz suchen. Schnell hab ich einen gefunden und der ist nichtmal weit weg.

Am nächsten Morgen beschließ ich, meinen Parkplatz für die Nacht wieder zu verlassen, ich hab noch was besseres gefunden, wieder in der Natur! Hoffentlich klappt es dieses Mal.

Mein schönster Stellplatz bisher

Nur schnell auf die Insel rechts von mir gefahren und schon bin ich da. Das hat mich gerade einmal 1 1/2 Stunden gekostet. Auch hier ist alles dick verschneit, aber Zum Glück legt sich dieses mal kein Baum auf den Weg und ich kann meinen Stellplatz beziehen. Er ist traumhaft.

In der Nähe befindet sich ein kleiner Hafen, der zu dieser Jahreszeit aber nicht so gut besucht ist. Das schöne an der Sache ist aber, das immer mal wieder jemand vorbei kommt und somit die Toiletten und sogar die Duschen des kleinen Hafens offen sind. Na wenn das mal kein Glück ist. So verbringe ich also den Tag damit ein wenig im Defender zu sitzen, meine weitere Route zu planen und ein Video zu schneiden. Ich gehe ein wenig durch die dick verschneite Natur und genieße es völlig allein zu sein und auch mal nicht zu reden. Sehr befreiend.

Weiter gehts nach Örebro

Am nächsten morgen pack ich meine sieben Sachen und bringe mich und Zazu ein wenig näher an die sanitären Anlagen. Ab unter die heiße Dusche und nochmal das Wasser auf der Haut genießen. Danach geht es direkt auf die Straße und ab zum nächsten Halt – Ikea 😀

Ikea ist und bleibt Ikea

Ja genau, wenn ich schonmal hier in Schweden bin muss ich auch einen Ikea sehen. Vielleicht ist der ja hier ganz anders ?! Nope, ist er nicht. Aber gerade damit hat Ikea ja auch alles richtig gemacht. Jeder Store Weltweit sieht gleich aus. Das einzige was sich unterscheidet sind die Preise. Das wars dann auch schon. Well done Mr. Ikea ! Schnell noch einen Hotdog vor dem Ausgang geholt und ab ins Auto. Nicht lange und ich bin in Örebro angekommen, meinem heutigen Ziel. Eigentlich sollte es nur ein Übernachtungsziel sein, aber wenn ich schon einmal hier bin, dann kann ich auch in die Stadt gehen. Ging auch schnell 😀

Örebro, Örebro

So richtig viel hast du mir nicht zu bieten. Eine relativ kleine Einkaufsstrasse und ein noch nicht ganz fertig gebautes Einkaufszentrum. Ach ja, und das Schloss natürlich. Da muss ich sagen, das sieht eigentlich doch ganz schick aus. Mächtige Mauern und Türme umzogen von einem Schlossgraben. Im innern gibt es immer wechselnde Kunstausstellungen und was ein Zufall, eine kleine Gruppe Deutscher treffe ich hier auch noch. Sie kommen aus Berlin und eröffnen heute eine Kunstausstellung eines Berliner Künstlers. Irgendwas mit Gefängnis. Ich solle doch mal vorbei kommen, der Eintritt sei auch nicht so teuer.

Leider ist Kunst überhaupt nicht meins und so schlender ich noch ein wenig durch die Stadt und fahre noch an einem Supermarkt vorbei, bevor ich mich auf meinen Stellplatz für die Nacht zurückziehe und den Abend bei einer leckeren Thainudelsuppe und einem Bier ausklingen lasse.

Das war er also, der zweite Teil meiner Reise. Ich hoffe auch hier konnte ich für ein wenig kurzweil sorgen. Wenn du dir das Ganze noch einmal in bewegten Bildern anschauen möchtest, kommst du hier zum passenden Youtube Video :

Ansonsten bleibt mir nichts mehr zu sagen außer

Ich freue mich auf euer Feedback und verabschiede mich bis zum nächsten Bericht !

Euer Dominik